3D-TV mit oder ohne Brille: Neuheiten von der IFA
3D gehört ohne Frage zu den wichtigsten Themen der IFA 2010. Doch nahezu alle Produkte stehen vor einem Problem: Mit einer Brille, welche den 3D-Effekt erst ermöglicht, wird der endgültige Durchbruch wohl kaum geschafft werden. Die Akzeptanz der Brille, um das 3D-Gefühl auf dem LCD Fernseher genießen zu können, ist daher durchweg bescheiden, was auch die Hersteller der LCD Fernseher wissen und an alternativen Lösungen arbeiten.
Die Elektronik-Hersteller unter dem Funkturm präsentieren derzeit auf der IFA schon den nächsten Schritt der neuesten Technologie: Die autostereoskopischen 3D-Displays, mit welchen das 3D-Bild völlig ohne Farbfilter- oder Shutterbrille genossen werden kann. Nach Meinung von Forschern könnte dies das räumliche Fernsehen revolutionieren. Eine spezielle Software sowie eine Glasplatte, mit Streifen gerastet, welche vor dem Display im schrägen Winkel angebracht ist, sorgen dafür, dass beide Bilder dem Auge zugeführt werden können. Eine Kamera, auf dem Display installiert, erkennt dabei die reale Position der Augen des Fernsehbetrachters und passt dabei die Bildströme dementsprechend an. Wenn mehrere Betrachter das dreidimensionale Bild sehen möchten, wird es allerdings schwieriger. Hierfür gibt es den Modus Multiview, bei welchem auf der IFA zum Beispiel an 9 festen Positionen in 3 Metern Abstand vom LCD Fernseher der volle 3D-Effekt erzielt wird.
Philips zeigt auf der IFA 2010 die Zukunft ohne 3D-Brille. In Zusammenarbeit mit Dimenco präsentiert der Hersteller einen ersten Prototypen, der das 3D-Erlebnis ohne die lästige Brille möglich macht. Im Test konnte der Prototyp sehr gut überzeugen. Bei minutenlanger Betrachtung waren keine Unterschiede zwischen dem 3D-Bild mit der Brille und demselben Video auf dessen neuartigen Gerät festzustellen. Einzig großer Haken an der Sache ist jedoch die vermutete Markteinführung, die in drei bis fünf Jahren erfolgen soll. Die Technik soll jedoch bereits zuvor auf größeren Leinwänden bzw. Monitoren getestet werden.
Beim 3D-Fernsehen ohne Brille gibt es das Problem, dass sich pro Auge die Bildauflösung halbiert und sich dementsprechend bei mehreren Zuschauern weiter reduziert, erklärte Research Associate T. Ebner. Dies könnte nur kompensiert werden, wenn die bisher gewöhnliche HD-Auflösung der LCD Fernseher verdoppelt oder sogar vervierfacht wird. Die Entwicklung sollte Richtung 3D ohne Brille gehen, was jedoch erfordert, dass die Technik ausgeklügelt wird, um letzten Endes Qualität zu bieten, was wohl noch einige Jahre dauern wird.



